Nachdem Klaus Kempenaars beim Designmonat Graz 2018 eine Lecture über das Thema „The Age of Branded Protest“ hielt, machte er für einen Tag an der FH JOANNEUM Halt und lehrte die Studierenden im Master Communication Design die Geschichte von sozialen Protesten und wie diese heutzutage auftreten. Er gab auch die folgende Aufgabenstellung an die jungen Designer: Es sollte ein Protest aufkommen, und die Studierenden sollten ihn planen, konzipieren, gestalten. Nach reichlichen Überlegungen wurde man sich darauf einig, gegen die Teilnahme der Stadt Graz an den olympischen Winterspielen 2026 zu protestieren. Nur wie? Es wurde erwägt, mit welchem Medium man arbeiten sollte. Schnelllebig sollte es sein und in kürzester Zeit solle man so viele Menschen wie möglich aus dem Raum Graz sowie dem Rest Österreichs erreichen können. Man einigte sich auf Instagram und Snapchat, nachdem es auf diesen Plattformen möglich ist, sehr punktuell und regional Werbung zu schalten, die garantiert die richtigen Nutzer erreicht. Danach wurde ein Slogan überlegt, der die Leute zum Denken anregen sollte – warum sollte eine Stadt wie Graz, in der es keine alpinen Gebirge für Austragungen von Skirennen oder Ähnlichem gibt, überhaupt an so einer Veranstaltung teilnehmen? Es wurden Fragestellungen wie „Was denkst du?“, „Die olympische Halle mitten in Graz?“, „Was passiert mit der Eishalle nach den Spielen?“ und „Was passiert, wenn alle wieder weg sind?“ in den Raum geworfen. Man kam auf sechs verschiedene Slogans überein, welche dann mit den Farben der olympischen Ringe in ein plakatives und anspruchsvolles Design gebracht werden mussten. Ebenso wurde in der Gruppe eine passende Schrift für den Protest ausgesucht. Das Gesamtbild sollte auffällig sein, Aufmerksamkeit erregen und die Menschen bewegen. Die Ergebnisse sind hier zu sehen.

Text: Körösi Miriam; Photography: Studierende CMS 17