Das Thema Raum wird für unser Berufsfeld immer wichtiger: Technologien wie Virtual Reality und Augmented Reality verändern und erweitern unsere Vorstellung von Räumlichkeit, etablieren sich in unser Alltagsleben und schaffen so bedeutende Gestaltungsaufgaben, die auch die Designausbildung berücksichtigen muß. Im Curriculum unseres Masterstudiums entwickeln wir seit einigen Jahren Lehrveranstaltungen, die den aktuellen technischen State of the Art abbilden. Bei unserer Vortragsveranstaltung wollten wir erfahren, wie Kollegen aus Forschung und Wirtschaft mit diesen neuen Raumparadigmen umgehen und welche kulturellen und technologischen Perspektiven anderswo entwickelt werden. Das Symposium fand am 24. Jänner im Rahmen der Ausstellung „Gib mir Raum“ statt. Weitere Informationen zur Ausstellung sind zu finden unter: www.gibmirraum.at

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Markus Wintersberger spricht beim Symposium „Spatial Design“ über „fhSPACE. XXX Reality & Experiment“:

Wir begeben uns auf unsicheres Terrain, in unsichtbare Dunkelkammern und erfinden somit ein Stück weit Zeit. Material und Form sind die Zahlen der Wirklichkeit. Aus physischer Materialität setzt sich das Reale zusammen und bildet gleichsam eine Doppelhelix ins Virtuelle. Wie tasten wir uns entlang von medial-technologischen Werkzeugen und Prozessen in unbekannte Erfahrungsräume und wie öffnen wir diese für ein gemeinsames Wirklichkeitserlebnis? AR, VR, XR – Weltcode des Zeitgeistes und Chiffre für eine analog-digitale Sumpf Erfahrung. Der Boden wird weich, der Körper amorph und die Gedanken fluid – alles flüchtet sich hin zu einer Einbildung. Markus Wintersberger versucht anhand von medialen Einblicken ein Netzwerk aus Assoziationen zu knüpfen und so einen über-belichteten Erinnerungsraum zu imaginieren.

FH-Prof. Mag. Markus Wintersberger wurde 1968 in Krems an der Donau geboren und studierte an der Universität für angewandte Kunst Wien bei Prof. Bernhard Leitner. Seit 1995 ist er als freischaffender Künstler tätig. Nachdem er von 1996 bis 2006 als Lektor an der Universität für angewandte Kunst Wien tätig war, unterrichtet er seit 2006 als Professor an der FH St. Pölten im Bereich experimentelle Medienproduktion und leitet die Masterklasse Experimentelle Medien im Masterstudiengang Digital Design.
www.medienwerkstatt006.at, www.instagram.com/mwintersberger, www.mwintersberger.tumblr.com, www.flickr.com/photos/markuswintersberger/sets, www.500px.com/MarkusWintersberger, www.pinterest.com/mwintersberger, https://wearabletheatre.fhstp.ac.at

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Irmfried Wöber spricht beim Symposium „Spatial Design“ über „70 Jahre Holografie – Geschichte, Technik, Zukunft“.

Am 15. Mai 1948 wurde in der englischen Fachzeitschrift „Nature“ die Abschrift von Dennis Gabor über ein „Inline“ Hologramm publiziert. Dennis Gabor – ein englischer Physiker ungarischer Abstammung forschte an der Verbesserung der Auflösung des Elektronenmikroskops und dabei entdeckte er, dass im Brennpunkt der Optik Interferenzerscheinungen auftreten. Für diese Entdeckung und weitere Forschungen erhielt Dennis Gabor 1971 den Nobelpreis für Physik. Jahrzehnte nach Entwicklung des Lasers und Techniken zur Herstellung von Massenhologrammen begegnen sie uns häufig im Alltag: auf Kreditkarten, Banknoten, in der Werbung, als Sicherheitshologramme gegen Produktfälschungen u.v.m. Die Forschung zu Hologrammen ist lange noch nicht abgeschlossen und wir erwarten in näherer Zukunft noch viele andere Anwendungen.

Der Designer Irmfried Wöber, oder auch Holographicus Austriacus Wöber, Jahrgang 1944, eröffnete 1985 das erste Holografielabor Österreichs. Mit einer einzigartigen Kamera wurden 1992 in seinem Labor die ersten Hologramm Porträts hergestellt, internationale Ausstellungen folgten. Er hält Vorträge, Schulungen und Instruktionen über Holografie an höheren Schulen. Seit 1998 ist er Lehrbeauftragter an der FH St. Pölten. www.holography.at

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Constantinos Miltiadis spricht beim Symposium „Spatial Design“ über „Space as Ideology: Choropoietic media and new paradigms of spatiality“.

Space in the western tradition is part of a certain epistemology. From Greek mathematics to Renaissance perspective, the understanding of space has been conditioned by the evolution of science before becoming a deeply rooted cultural “belief.” Contemporary media however, bring about new paradigms in the field of spatial arts, challenging existing traditional and disciplinary conceptions of space. Tracing a brief archeology of the evolution of spatial concepts, and drawing from architecture, videogames and virtual reality, this talk intends to discuss the aesthetic potential of contemporary “choropoietic media.”

Constantinos Miltiadis is an architect, programmer and researcher, currently an assistant at the Institute of Architecture and Media of TU Graz. He has studied architecture at NTU-Athens and CAAD ETH Zurich. Constantinos’ work is experimental and interdisciplinary, aiming to expand the scope of architecture and its aesthetics. He has taught creative programming, experimental computational and game design in undergraduate and postgraduate levels, as well as in conferences and festivals. His work has been presented in seminars, published in academic conferences as well as by international press and received awards in international competitions. Constantinos’ work can be found on www.studioany.com

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Timor Kardum spricht beim Symposium „Spatial Design“ über XR, A.I. & the AR Cloud.

Der Talk gibt einen breiten Überblick über den aktuellen Stand und die Entwicklungen im Bereich von XR (kurz für: VR, AR, MR) und erläutert das Konzept und die vielen benötigten Schritte hin zur globalen „AR Cloud“ und dem damit verbundenen „spatialen Computing“. Wir schauen uns in diesem Zuge die aktuell entstehenden Standards an, die wichtigsten Größen der Industrie aber auch die potentiellen “Wild-Cards”, die in Zukunft den Markt aufmischen könnten. Machine Vision und A.I. spielen in der Entwicklung der AR Cloud eine entscheidende Rolle und es gibt noch viele bekannte und auch unbekannte Hürden (technologischer wie ethischer Natur), die auf dem Weg dahin gemeistert werden müssen. Es gibt eindrückliche Demonstrationen, die belegen, dass es schon jetzt kaum ein Feld gibt in dem Machine Learning nicht brillieren kann. Zusätzlich wird eine Vorschau von einigen XR/A.I. Prototypen, an denen wir gerade arbeiten, geboten.

Timor Kardum: We all take part in it. Everyone talks about it. Many are experts. But few live and breathe future technology like Timor. While others at school were still playing catch in the school yard, Timor was already busy creating 3D animations for heavyweights in the industry like Siemens. The day he left school in 2000 he started his own company omgraphix (renamed OMSTUDIOS in 2007). Fast forward 15 years and OMSTUDIOS are one of the leading Motion Design and VFX Studios in Berlin with some of the most recognised brands in the world as their clients such as Adidas, Audi, Volkswagen – to name but a few. Eventually Hollywood came calling and Timor was on titanic film sets for Fast & Furious, Monuments Men, Hercules, before eventually directing films with budgets exceeding the million Euro barrier. Timor comes alive when talking and walking technology, gadgets and pipelines. He loves smooth error-free processes and modern workflows, constantly looking for leaner ways of getting things done, like designing the world’s first database connection to Adobe After Effects, for which he was awarded the prestigious “Shotgun Award 2015”. Never shy of breaking barriers and with an insatiable desire to share his knowledge, he is frequently hired in the industry for his expert IT knowledge and streamlining entire systems and workflows or giving talks discussing future technologies.

As a digital pioneer he naturally dove into the realms of virtual and augmented reality and quickly established himself as the go-to-guy, creating XR projects for the United Nations, Germanys Next Topmodel, Volkswagen, Arte and various others.

Text: Orhan Kipcak, Timor Kardum, Constantinos Miltiadis, Markus Wintersberger, Irmfried Wöber; Photography: Stefanie Egger